Die "essbare Stadt" - Obst und Gemüse für alle

Unter dem Titel "Essbare Stadt" verbirgt sich eine weltweite Bewegung, die in Europa ihren Anfang in Andernach nahm. Dabei geht es darum, dass im öffentlichen Raum und frei zugänglich für alle Bürgerinnen und Bürger Obst und Gemüse angebaut wird. Also Gemüse- statt Rosenbeete im Park bzw. Apfel- und Birnbäume entlang einer Straße statt Ahorn oder Buche.

Doch bereits im Bestand gibt es viele Obstbäume und -sträucher auf öffentlichem Grund. Die meisten Menschen, die sich zumindest hin und wieder in der Natur bewegen, kennen in ihrem Umfeld die Brombeerhecken, Wacholdersträucher oder auch den einen oder anderen „wilden“ Kirschbaum, an dem man sich bedienen kann. Die Stadt Hamm möchte aber nun ihr Angebot rund um heimische Obst- und Fruchtgehölze ausbauen, verstärkt über vorhandene Standorte informieren und bei anstehenden Baumpflanzungen stets bemüht sein, auch fruchttragenden Baumarten zu pflanzen, sofern die die jeweiligen Standortbedingungen zulassen. Darüber hinaus sollen an verschiedenen Orten in der Stadt Hamm Streuobstwiesen neu angelegt bzw. einzelne Obstbäume neu gepflanzt werden – auch im Sinne des Waldentwicklungskonzeptes der Stadt.

Pflücken ausdrücklich erlaubt!

Äpfel des Wildapfels
© sunnychicka - Fotolia.com

Hier finden Sie Apfel-, Birnen- und Kirschbäume im öffentlichen Raum

Auch wenn man vielleicht Hemmungen hat - nach Bundesnaturschutzgesetz ist es erlaubt, sich an Obstbäumen und -sträuchern im öffentlichen Raum in für den Eigenbedarf üblichen Mengen selbst zu bedienen, also Früchte zu pflücken und zu verwerten. Natürlich ohne die Pflanze dabei grundlegend zu schädigen, also ohne das Abbrechen von Ästen oder ähnlichem.

Doch wo findet man den nächsten Apfel- oder Birnbaum auf öffentlichem Grund? Hier hilft das neue Angebot des digitalen Stadtplans: Eine Unterseite des städtischen Plans wurde mit dem Baumkataster des Umweltamtes verknüpft. Hier finden Sie nun alle schon eingetragenen Obstbäume, zunächst die Sorten "Apfel", "Birne" und "Kirsche". Das Baumkataster wird fortlaufend aktualisiert, demnächst werden auch weitere Obstbaumsorten aufgenommen.

Urbanes Gärtnern - Obst und Gemüse mitten in der Stadt

Das Bild zeigt den urbanen Garten in der Kornmersch
© Thorsten Hübner

Gemeinschaftlich pflanzen und ernten

Urban Gardening und Gemeinschaftsgärten haben schon vor der Corona-Pandemie einen regelrechten Boom erlebt. Der interkulturelle Gemeinschaftsgarten am Feidik-Forum oder die Urban-Gardening-Standorte im Erlebensraum Lippeaue (Kornmersch) sind bei Bürgerinnen und Bürgern begehrt. Diese Standorte sind aber „nicht öffentlich“, das heißt, dass hier wachsenden Obst und Gemüse ist nicht für Jedermann/-Frau zugänglich, sondern nur für die Mitwirkenden des jeweiligen Projektes.

Modellprojekte zur "Essbaren Stadt Hamm"

Um das Obstbaumkataster zu füttern, werden mit dem Projektstart an drei ausgewählten Standorten zusätzliche Obstgehölze gepflanzt:

  • Titaniapark (Hamm Mitte)
  • Stadtteil-Park Schulze Pelkum (Pelkum)
  • Grünzug am Sachsenring (Heessen)

Es wird sich hierbei vorwiegend um hochstämmige Apfel- und Birnenbäume vorzugsweise alter Sorten handeln. Insbesondere alte Sorten sowie hochstämmige Veredelungen, wie sie klassischerweise auf Streuobstwiesen zu finden sind, tragen einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zum Artenschutz bei. Unter den ausladenden Kronen kann sich eine artenreiche Wiese entwickeln und das darüberliegende Geäst bietet Nahrung und Lebensraum für viele Tierarten.

Darüber hinaus sind die Früchte natürlich auch für den Menschen schmackhaft und vielseitig nutzbar. Sobald die Bäume angewachsen sind und nach einigen Jahren erste Früchte tragen, kann hier fleißig geerntet werden. Insbesondere im Alter bietet der knorrige Anblick blütenreicher Obstbäume darüber hinaus ein hohes ästhetisches Erscheinungsbild im städtischen Grün und hat schon immer zu besonderer Poesie angeregt.

Bitte bedienen Sie sich: Hochbeete der Stadtteiljugendarbeit Hamm-Westen

Ein Beispiel für Urban Gardening sind die drei Hochbeete im Eingangsbereich der Stadtteiljugendarbeit Hamm-Westen, Lange Str. 74. Dort finden sich allerlei gesunde Leckereien, für deren Pflege und Unterhaltung die Stadtteiljugend sorgt. Bürgerinnen und Bürger dürfen sich gerne bedienen!

Beet 1: Marokkanische Minze

Beet 2: Koriander

Beet 3: Zitronenmelisse, Majoran, Salbei, Rosmarin und Lorbeer

Hochbeete Spielplatz Hansastraße

Im Rahmen des Projekts "Grünverbindung Weststraße" wurden am Spielplatz Hansastraße/Auf der Insel einige Obstbäume gepflanzt sowie 6 Hochbeete aufgestellt.

Die Hochbeete können von Menschen aus dem Quartier eigenständig bepflanzt werden, vergeben werden sie durch das Stadtteilbüro. Mit der Anmeldung erhält man auch einen Schlüssel für den Versorgungspoller, in dem sich ein Wasseranschluss befindet. Wer Interesse an einem Beet hat, kann sich bei Barbara Comino vom KSD melden.

Derzeit ist noch das mittlere Beet in der vorderen Reihe zu vergeben.

Kontakt:
Stadtteilbüro Hamm-Westen
Barbara Comino (KSD)
Wilhelmstraße 31
59067 Hamm
Tel: 02381 92451900
Fax: 02381 9245189900

Vom richtigen Umgang mit Obstbäumen

Linktipp

Auch die Organisation "Mundraub" bietet interaktive Karten zu frei zugänglichen Obstbäumen

Kontakt

Tiefbau- u. Grünflächenamt

Frau Schicketanz

Gustav-Heinemann-Straße 10
59065 Hamm
Fon: 02381 17-8943
Fax: 02381 17-108943
E-Mail-Adresse

A1.095

Umweltamt

Herr Martin

Gustav-Heinemann-Straße 10
59065 Hamm
Fon: 02381 17-7100
Fax: 02381 17-2931
E-Mail-Adresse
Internet

A0.105 (Technisches Rathaus, Erdgeschoss)